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Medienseite für die Ausstellung 2012
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Haus der Ausstellung:
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Bernhard Luginbühl
Altes Schlachthaus Burgdorf
Metzgergasse 15
3400 Burgdorf
http://luginbuehlstiftung.ch/museum
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Titel der Ausstellung: |
TABULA RASA |
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Ausstellungdauer:
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25. März
bis 8. Dezember 2012 |
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Vernissage:
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25. März 2012 - 12h-15h -
es spricht, Guido
Magnaguagno
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Pressetext
Die
neue Ausstellung stellt selten oder nie gezeigte
Holzschnitte, Zeichnungen und Auszüge aus Tagebüchern vor,
mit einem Schwerpunkt auf frühen Arbeiten
Während
seine Frau Ursi im Supermarkt einkaufte, vertrieb sich
Bernhard Luginbühl die Zeit im Fotoautomaten, wo er mit
Masken, Mützen und Gesten ironische Selbstporträts aufnahm.
Einige Reihen davon sind nun auf dem Plakat der neuen
Ausstellung „Tabula rasa“ im Alten Schlachthaus Burgdorf zu
sehen, kleine Dokumente seines Witzes und Einfallsreichtums.
Dass sich die Ausstellung ein gutes Jahr nach dem Tod des
Künstlers ganz auf ihn konzentriert, ist einleuchtend. Seine
Familie hat dafür aus dem grossen Nachlass frühe Grafik,
Zeichnungen aus verschiedenen Zeiten und Schriftblätter aus
Tagebüchern ausgewählt.
Zeitlich beginnt der Rundgang 1951/52 mit den flächigen
Holzschnitten zum Motiv des Stiers, die seit Jahrzehnten
nicht mehr zu sehen waren. Kraftvoll dehnen sich die dunklen
Flächen mit den feinen weissen Linien auf dem Blatt aus und
scheinen dessen Grenzen zu sprengen, Bild gewordene Energie
des Tiers. Es hat Luginbühl immer wieder beschäftigt,
zahlreiche spätere Zeichnungen, die das Motiv zwischen den
Polen Abbild und Abstraktion variieren, sind im Hauptraum zu
sehen.
Ein
anderes massives Tier, das in diesem Werk ebenfalls eine
grosse Rolle spielt, ist der Elefant. Noch nie ausgestellte
Zeichnungen aus den frühen sechziger Jahren, teils Studien
für Skulpturen, teils freie Arbeiten, umkreisen in immer
neuen formalen Varianten das Motiv, bald flächig, bald
linear. Dabei fällt neben der Vielfalt auf, mit welcher
Energie Luginbühl am Werk war: an manchen Tagen entstanden
vier und mehr dieser grossformatigen Zeichnungen. Frühe
Figuren aus verschiedenem Material ergänzen diese Arbeiten.
Reizvoll in ihrer Unbekümmertheit sind die Überzeichnungen
von Zeitungen, die Collagen und die Minutenzeichnungen, wo
er angibt, wie lange er daran gearbeitet hatte: von fünf bis
26 Minuten reicht der Spielraum. Sie vermitteln
überraschende Einblicke in seine Arbeitsweise und in seine
unverwechselbare Vorstellungs- und Bildwelt.
Eine
wesentliche Werkgruppe in der Ausstellung bilden die
Schriftblätter. Luginbühls Tagebücher kennt man, sie wurden
zum Teil schon ausgestellt und publiziert. Eine Entdeckung
sind die Monats- und die Jahresblätter, die er parallel dazu
schrieb. Wie ihr Name sagt, hielt er hier Ereignisse eines
Monats oder eines Jahres auf einem einzigen grossen Blatt
fest, zum Teil bereichert durch Zeichnungen. Da ist die Rede
von Privatem und Künstlerischem, von der Arbeit und vom
Essen, von Besuchen und Transporten, von Technik und Natur
und dies alles mit einer unbändigen sprachschöpferischen
Kraft und mitunter mit treffendem Humor und Witz. Diese
Texte sind als Sprachkunstwerke noch zu entdecken. Wie
bedeutungsvoll sie für ihn waren, zeigt ein Eintrag. Er sei
nach dem Besuch der Tinguely-Ausstellung in Venedig nicht
mit den anderen essen gegangen, schreibt er, sondern ins
Hotel zurückgekehrt. Es wurde „ein eintragsreicher tag oder
sagen wir mal durch dieses gekritzel bekam der sonntag
seinen sinn“.
„Tabula
rasa“, der Titel der Ausstellung, hat mehrfache Bedeutungen.
Bernhard Luginbühl brauchte die Wendung, wenn er etwas Neues
anfangen wollte, sie steht also für seine Energie und für
seine Einfälle. Tabula rasa bedeutete aber ursprünglich auch
die leere Schrifttafel, und dann denkt man an die
Abertausend weissen Blätter, auf die er mit einer fast nicht
vorstellbaren Schaffenskraft zeichnete und schrieb. Und
schliesslich klingt ein Hinweis auf seinen Tisch an, auf dem
viele dieser Arbeiten entstanden sind. Der ist nun
allerdings nicht leer, sondern mit all den Gegenständen
darauf Ausdruck seiner Lebendigkeit, wie eine Fotografie und
eine Installation in der Ausstellung zeigen.
Brutus,
Basil, Jwan und Ursi Luginbühl haben im 1. Stock des Alten
Schlachthauses bewusst keine museale Präsentation gewählt.
Vielmehr bedecken sie die Wände fast vollständig mit den
Arbeiten ihres Vaters, und so machen sie die Fülle seines
Schaffens auf überzeugende Art unmittelbar anschaulich und
erlebbar.
Text
von Hans Baumann
Text
als WORD-Dokument
Bildmaterial
Besuchen Sie auch den
Skulpturenpark
Bernhard Luginbühl Stiftung
3324 Mötschwil
Tel 079/487 06 15
www.luginbuehlstiftung.ch
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